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Der nachfolgende Blogbeitrag soll den Einstieg in die DevOps Welt mit Amazon Web Services vereinfachen. Wir werden alle notwendigen Schritte anhand von Screenshots in der AWS Konsole durchgehen und eine Pipeline mit AWS CodePipeline aufbauen. Die Pipeline soll mit einem GitHub Repostiory beginnen, mit CodeBuild gebuildet werden und über CodeDeploy im Echtbetrieb in einer Elastic Beanstalk Umgebung enden. Als Referenzprojekt für eine Microservice kann unser giter8 Template für akka-http oder akka-graphql verwendet werden. Bei beiden müssen allerdings kleine Änderungen vorgenommen werden. Die Pipeline soll akka Microservices, die das Buildtool sbt verwenden, in den Betrieb überführen. Für Java Server, wie Payara Micro oder Wildfly Swarm, können nur ein paar Schritte verwendet werden. Vor allem die Vorbereitung des Projektes auf GitHub unterscheidet sich von einem Scala/Java akka Projekt.


Bevor wir mit den Anpassungen unserer Dateien in unserem GitHub Repository beginnen, müssen wir zuerst ein Docker Repository anlegen. Dazu wechseln wir in die Elastic Container Service Oberfläche und klicken auf „Create Repository“. Wir vergeben hier lediglich den Namen unseres Projektes (innfactory-akka-http-ci-test) und schreiben uns die Repository URI auf. Mehr müssen wir in diesem Dienst nicht machen.

EC2 Container Registry


Als nächstes benötigen wir eine neue Datei Dockerrun.aws.json für AWS CodeDeploy. Die Werte bei Image – Name müssen entsprechend unseres ECR Repositorys angepasst werden. In diesem Beispiel pushen wir unserer Docker Container immer auf latest. Für mehrere Branches in github sind weitere Anpassungen notwendig.

  "AWSEBDockerrunVersion": "1",
  "Image": {
    "Name": "149805022439.dkr.ecr.eu-central-1.amazonaws.com/innfactory-akka-http-ci:latest",
    "Update": "true"
  },
  "Ports": [
    {
      "ContainerPort": "8080"
    }
  ]
}

Für den Buildprozess mit AWS CodeBuild benötigen wir nun noch eine buildspec.yml Datei die wie folgt aussehen kann. Die Variablen bleiben leer, denn sie werden später mithilfe von Umgebungsvariablen von AWS ersetzt. Unsere giter8 Templates sind für Docker vorbereitet, somit können die benötigten Parameter beim sbt docker:publish Aufruf übergeben werden. 

version: 0.2

env:
  variables: 
    STAGE: "dev"
    SQLURL: ""
    SQLUSER: ""
    SQLPASSWORD: ""

phases:
  install:
    commands:
      - echo "continuous delivery for stage[$STAGE]"
      - echo "selected db=$SQLURL"
      - echo "$(lsb_release -cs)"
      - apt-get update -y
      - apt-get install -y apt-transport-https ca-certificates software-properties-common
      - add-apt-repository -y ppa:openjdk-r/ppa
      - sudo apt-get update -y
      - apt-get install -y openjdk-8-jdk
      - echo "deb https://dl.bintray.com/sbt/debian /" | sudo tee -a /etc/apt/sources.list.d/sbt.list
      - apt-key adv --keyserver hkp://keyserver.ubuntu.com:80 --recv 2EE0EA64E40A89B84B2DF73499E82A75642AC823
      - apt-get update -y
      - apt-get install -y sbt
      - pip install --upgrade awscli
  pre_build:
    commands:
      - $(aws ecr get-login --no-include-email --region eu-central-1) 
  build:
    commands:
      - sbt test
      - sbt -DSTAGE=$STAGE -DSQL_URL=$SQLURL -DSQL_USER=$SQLUSER -DSQL_PASSWORD=$SQLPASSWORD docker:publish
  post_build:
    commands:
      - echo Build completed on `date`
artifacts:
  files:
    - Dockerrun.aws.json 

Einrichtung einer Elastic Beanstalk Umgebung

Bevor wir mit der Continuous Delivery Pipeline beginnen, starten wir zuerst eine neue Elastic Beanstalk Umgebung, da diese ein paar Minuten zum Start benötigt. 

Hierzu wechseln wir in der AWS Konsole zum Dienst Elastic Benastalk und erstellen eine neue Applikation.

Create new Elastic Beanstalk application

In dieser Applikation erstellen wir wiederum eine neue Umgebung (Web server environment) und konfigurieren diese als Docker Platform und lassen erst einmal die Sample Application von Amazon darauf laufen. 

Beanstalk Environment Tier wählen

Wir müssen keine weiteren Anpassungen mehr vornehmen und können die Umgebung mit einem Klick auf „Create environment“ erstellen. Alle nicht vorhandenen, aber benötigten, Informationen werden von AWS automatisch ergänzt. 

AWS Beanstalk Environment Einstellungen

Sollten wir weitere Anpassungen vornehmen wollen, können wir dies unter „Configure more options“ tun. Hier können wir unter anderem die zu startenden Instanzengrößen wählen, die Load Balancer mit https konfigurieren, das Monitoring anpassen, das richtige VPC Netzwerk auswählen, eine RDS Datenbank hinzufügen und noch vieles mehr. Als Hinweis dazu sei erwähnt, dass man niemals eine RDS Datenbank für den produktiven Betrieb in Beanstalk konfigurieren sollte. Diese hängt sonst an der Umgebung und wird gegebenenfalls zusammen mit der Umgebung gelöscht. 

Nach ein paar Minuten sollte unsere Elastic Benastalk Umgebung mit der Sample Application von AWS gestartet sein.

Elastic Beanstalk Übersicht


Erstellung der Pipeline mit AWS CodePipeline

Beginnen wir mit der eigentlichen Pipeline. Zuerst müssen wir einen Namen vergeben. Dieser kann später nicht mehr verändert werden und sollte er sinnvoll gewählt werden. 

AWS CodePipeline anlegen

Als nächstes müssen wir die Quelle unserer Pipeline auswählen. Sollte unser Projekt in AWS CodeCommit gehostet sein, kann dies ebenso verwendet werden wie GitHub. Wir verwenden in diesem Beispiel unsere GitHub Organisation innFactory und ein beliebiges akka sbt Projekt. Unter Advanced müssen wir keine Einstellungen vornehmen und wir können die Pipeline automatisch bei einem neuen git push auf den master starten lassen.

Code Pipeline Quelle (CodeCommit oder GitHub)

Für die Buildphase nutzen wir CodeBuild von AWS. Hierzu wählen wir „Create a new build project“ und konfigurieren die Einstellungen wie auf den nachfolgenden Screenshots zu sehen. Wir können beliebige Umgebungsvariablen hinzufügen, die in der buildspec.yml Datei aufgelöst werden. Wir haben dies bereits für unsere Datenbankparameter verwendet und die Konfiguration unseres akka Projektes wird, wenn es als Docker Instanz läuft, mit diesen Variablen überschrieben. Für produktive Systeme sollten die Passwörter nicht als Plaintext übergeben werden, sondern ein EC2 Parameter Store verwendet werden.

AWS CodeBuild konfiguration

AWS CodeBuild Umgebungsvariablen für RDS Datenbank

Auf der Seite für das Deployment können wir unsere Elastic Beanstalk Application und unsere Umgebung mit der Sample Application verwenden.

CodePipeline Deployment zu Elastic Beanstalk

Zum Schluss müssen wir noch noch eine Rolle für die Pipeline anlegen und alle bisher definierten Rollen über AWS IAM anpassen. Wichtig ist, dass unsere verwendeten Rollen Zugriff auf das Docker Repository und auf Beanstalk haben. Sollte dies nicht konfiguriert worden sein, wird die Pipeline mit entsprechender Meldung fehlschlagen.

CodePipeline Service Rolle


Nachdem wir die Pipeline nun vollständig konfiguriert haben, startet diese automatisch. Haben wir alles richtig gemacht und alle Berechtigungen richtig vergeben sollte das Ergebnis wie folgt aussehen und die Sample Application in Elastic Beanstalk durch unseren neuen Docker Container ersetzt worden sein. 

AWS akka CodePipline Erfolgreicher Deploy

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In dem Artikel "Das Potential von Sprachsteuerung" haben wir die Bedeutung von Sprachsteuerung erläutert. Nun wollen wir uns der technischen Seite widmen und erklären, wie man mit Hilfe von Api.ai Sprachsteuerungen entwickelt. Api.ai hat sich seit 2014 auf Sprach- und Chatbots spezialisiert und gehört seit 2016 zu Google. Mit der angebotenen Technologie lassen sich Konversationen zwischen Mensch und Maschine designen und in verschiedenste Dienste wie Alexa, Slack, Twitter, Facebook und viele weitere integrieren. Api.ai setzt im Hintergrund Maschine Learning ein, um die genaue Intension einer Sprach- oder Texteingabe zu verstehen. Dadurch bietet Api.ai eine erstaunliche Interpretationssicherheit und bildet eine ideale Basis auch für unternehmerische Anwendungsfälle.

Umsetzung eines UseCases in Dialogflow (Api.ai)

Für die ersten Schritte in Api.ai Dialogflow, wie die Erstellung eines Projekts bzw. eines „Agents“ wird eine ausführliche Dokumentation angeboten. (https://api.ai/docs/getting-started/basics)

Richtig spannend wird es bei der Erstellung sog. „Intents“. Ein Intent ist gewissermaßen die Definition einer Funktionssignatur. Wird ein Sprach- bzw. Textbefehl von einer Benutzeranwendung an Api.ai gesendet, findet Api.ai mit Hilfe seiner Machine Learning Algorithmen die entsprechende Signatur und sendet den Namen der Funktion und ggf. die zugehörigen Parameter zurück an die Benutzeranwendung. Die Benutzeranwendung kann danach die Funktion ausführen und dem Benutzer das gewünschte Ergebnis liefern.

Um den Ablauf zu veranschaulichen nehmen wir als UseCase eine Shopping App, in der der Benutzer Angebote von unterschiedlichen Märkten einsehen kann. Im folgenden Screenshot sieht man, wie ein Intent in Api.ai aussehen kann:

Als erwarteter Sprachbefehl wird „Angebote von Rewe“ festgelegt, wobei Rewe einen Parameter darstellt und somit variabel ist. Durch das Machine Learning versteht Api.ai auch verwandte Aussagen, wie z.B. „Deals von Rewe“ oder auch „Schnäppchen bei Rewe“. Als Rückgabe wird der zugehörige Funktionsname (Action) „search_deals“ mit dem Parameter „Shop = Rewe“ zurückgegeben.

 

ApiAi.setConfiguration("4xxxxxxxe90xxxxxxxxc372", ApiAi.LANG_GERMAN);

Neben Englisch und Deutsch werden viele weiter Sprachen unterstützt. Eine Auflistung befindet sich in unserer GitHub-Dokumentation: https://github.com/innFactory/react-native-api-ai#supported-languages Als nächstes wird mit dem simplen Aufruf von „startListening“ der Sprachbefehl aufgenommen und direkt mit Api.ai verarbeitet:

ApiAi.startListening(result=>{ console.log(result); }, error=>{ console.log(error); }); 

Fazit

Mit Api.ai ist es möglich professionelle Sprachsteuerungen zu entwickeln. Unsere React-Native Library „react-native-api-ai“ liefert dazu eine einfache Integration für entsprechende Mobile Apps. 

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Je natürlicher und intuitiver eine Software oder Applikation bedienbar ist, desto höher ist die Akzeptanz und Zufriedenheit der Kunden. Gerade für Apps, die ein kurzes On-Boarding verlangen und die „schnell, nebenbei“ verwendet werden, ist eine einfache Bedienung in Kombination mit einer flachen Navigation durch die einzelnen Funktionen elementar. Entgegen diesem Paradigma soll eine App trotz ihrer trivialen Bedienbarkeit (Stichwort Usability) einen angemessenen Funktionsumfang bieten und möglichst alle Bedürfnisse des Nutzers abdecken. Erschwerend kommt hinzu, dass bei Mobile Apps bedingt durch die Displaygröße der Platz für Informationen und Funktionselemente sehr beschränkt ist und die Applikation dadurch sehr schnell „überladen“ wirkt. Fühlt sich infolgedessen ein Nutzer überfordert und kann die gewünschte Funktion nicht innerhalb weniger Augenblicke finden, so stellt sich eine geiwsse Ablehnung gegenüber der App ein. Dieses Phänomen behandelt auch Yu-Kai Chou in seinem Buch „Actionable Gamification“:

"Far too often, Onboarding experiences for products feel confusing, too hands off, or too complex. This results in the user feeling stupid. If your user feels stupid during Onboarding, then you’ll be fighting an uphill battle along with the user (think Google+)." http://yukaichou.com/gamification-study/4-experience-phases-gamification-2-onboarding-phase/

Um diesem Problem entgegenzuwirken setzen wir verstärkt auf die Verwendung von Sprachsteuerung in Apps. Damit kann eine Applikation zentral bedient werden, ohne dass das Userinterface zu überladen wirkt. Beispielsweise kann man dadurch eine komplexe Filterfunktion einer Shopping App für den Nutzer stark vereinfachen. Mit dem Satz: „Ich will Angebote von Lebensmitteln im Umkreis von 10 km“ oder „Obst von Edeka, Rewe und Netto“ können sehr schnell die Filterparameter für Kategorie, Ort oder Markt gesetzt werden.

Eine intuitive Sprachsteuerung lässt sich für weitaus mehr Use Cases nutzen. Besonders interessant ist ein Arbeitsumfeld, welches durch hohe Fluktuation, Saisonarbeit oder eine geringe Vertrautheit mit den IT-Prozessen gekennzeichnet ist. Hier kann durch Sprachsteuerung eine einfache und schnelle Bedienung komplexer Aufgaben bewerkstelligt werden. Ein Lagermitarbeiter könnte ohne genauere Kenntnisse in der Logistik mit dem Worten „Zeige mir Wareneingangsschein für Bestellnummer 123“ die entsprechenden Daten auf einem stationären oder mobilen Display angezeigt bekommen - ohne vom Stapler absteigen zu müssen.

Ein weiterführender Artikel in diesem Zusammenhang beschäftigt sich mit der Entwicklung einer Sprachsteuerung und der Integration in einer React-Native App: Sprachsteuerung mit Api.ai in einer React-Native App

 

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Reaktive Systeme sind Computersysteme die kontinuierlich auf ihre Umgebung reagieren. Der in diesem Zusammenhang geprägte Begriff des Aktorenmodells wurde erstmals in den frühen 1970er Jahren von Carl Hewitt verwendet. Sein mathematisches Model beschreibt ein universales Verfahren zur parallelen Programmierung.  Er war seiner Zeit weit voraus, da zu diesem Zeitpunkt die Rechner noch nicht leistungsfähig genug waren. Das Modell wurde erstmals 1987 in der Programmiersprache Erlang von Ericsson verwendet. Durch den Einsatz der Technologie konnte Ericsson einen Switch mit einer Zuverlässigkeit von 99,999999999% bauen. Dies entspricht einer Ausfallzeit von unter 0.65 Sekunden in 20 Jahren. In den nachfolgenden Jahrzehnten stieg die Leistung der Computer immer weiter an. Anfang des neuen Jahrtausends erreichten die Prozessoren mit den eingesetzten Materialien ihre maximale Taktfrequenz. Prozessorhersteller, wie Intel und AMD, bauten fortan Prozessoren mit mehreren Prozessorkernen bei gleichbleibender Taktfrequenz. Einerseits kann die Hitzeentwicklung bei noch höheren Taktraten mit herkömmlichen Mitteln nicht mehr bewältigt werden. Andererseits kommt es bei immer kleineren Transistoren zu quantenmechanischen Seiteneffekten. Heute erhöhen die Hersteller die Anzahl der Kerne pro CPU, um dennoch eine Leistungssteigerung der CPUs zu erreichen. Dadurch steigt die Relevanz von paralleler Programmierung, da die Berechnung der Algorithmen auf mehrere CPU-Kerne verteilt werden muss. Die Entwicklung von Software mit mehreren Threads, oder über mehrere Rechner hinweg, ist für Entwickler mit vielen Problemen verbunden und kompliziert. Dies ist unter anderem auf die Speicherverwaltung der Threads und Prozesse zurückzuführen. Als Folge entstehen in den letzten Jahren immer mehr reaktive Frameworks für moderne Programmiersprachen, wie zum Beispiel akka für Scala und Java. Reaktive Frameworks bieten dem Entwickler aber weitaus mehr, als nur einfache Parallelisierung über mehrere Prozesse und physikalische Knoten. Mithilfe der Frameworks lassen sich hochskalierbare, fehlertolerante Systeme entwerfen. In diesem Blogbeitrag, wollen wir das Aktorenmodell genauer betrachten.


Der Entwurf von nebenläufigen Anwendungen stellt seit Jahren eine Herausforderung dar, für die es keine einfache Lösung gibt. Das Aktorenmodell stellt eine erprobte und vergleichsweise einfache Weise dar, nebenläufige Algorithmen umzusetzen. Das Aktorenmodell ist ein Architekturmuster, dass auf Basis von Nachrichtenaustausch (=Message Passing) eine verteilte Applikation ermöglicht, ohne dabei einen geteilten Zustand (=Shared State) mit mehren Aktoren zu benötigen. Das Aktorenmodell ist vielfach implementiert, teils in funktionalen Sprachen wie Erlang, teils als Frameworks wie akka oder libcppa. Ein Aktor ist ein leichtgewichtiger und autonomer Prozess. Dem Aktor können Nachrichten geschickt werden, für die er ein eigenes Verhalten bereit hält, welches sich zur Laufzeit in der Regel nicht verändert. Ein Aktor arbeitet dabei immer nur eine Nachricht gleichzeitig ab. Das Aktormodell ist nicht an spezielle Datenstrukturen gebunden, sodass Aktoren lose gekoppelt untereinander kommunizieren können. Leichtgewichtig ist ein Aktor, da er kein eigenen Prozess besitzt, sondern zum Verarbeiten einer Nachricht einen Prozess zugewiesen bekommt. Aktoren nutzen die verfügbaren Ressourcen eines Threads optimal aus und blockieren die Verarbeitung nicht. 

Aktorenmodell Actors akka

Die Abbildung zeigt ein beispielhaftes Netz von Aktoren. Jeder Aktor hat seine eigene Mailbox und einen isolierten Zustand. Basierend auf seinem definierten Verhalten antwortet der Aktor mit dem versenden einer eigenen Nachricht oder erstellt eigene Aktoren und ändert sein zukünftiges Verhalten. Zusammengefasst definiert sich ein Aktorsystem durch folgende Eigenschaften:

  • Ein Aktor kann andere Aktoren erschaffen und mit ihnen kommunizieren.
  • Jeder Aktor hat einen eindeutigen Namen, der als Adresse bei der Kommunikation verwendet werden kann. (in akka)
  • Die Kommunikation zwischen Aktoren basiert auf dem Senden von asynchronen, unveränderbaren (=immutable) Nachrichten an andere Aktoren.
  • Die Nachrichten werden zur Verarbeitung in einer Mailbox gepuffert. Sie ist eine Queue mit n Produzenten (Senderaktor) und einem Konsumenten (Empfängeraktor)
  • Abhängig von der Reihenfolge, den Prioritäten oder dem internen Zustand werden die Nachrichten mittels Pattern Matching von internen Funktionen verarbeitet, die die Ergebnisse ihrerseits wieder als Nachrichten versenden. 

Akka bildet das Aktorenmodell als Framework für die JVM ab. Es wird häufig in den Programmiersprachen Scala und Java verwendet und wurde erstmals im Juli 2009 bei GitHub von Jonas Bonér veröffentlicht. Ein Aktor ist in akka die kleinste Einheit im System und übernimmt in der Regel eine bestimmte Aufgabe. Dabei kann der Aktor seinen Zustand, und damit das Verhalten beim Eintreffen bei weiteren Nachrichten, verändern. Der Zustand eines Aktors wird durch die Werte seiner Variablen definiert. Diese Werte können ausschließlich durch eingehende Nachrichten anderer Aktoren geändert werden. Da es keine gemeinsamen Speicherbereiche mit anderen Aktoren gibt, ist gewährleistet, dass der Zustand eines Aktors nicht durch Zugriffe von außen manipuliert werden kann. Sollte ein Aktor durch einen Fehler zum Absturz gebracht werden, kann der Supervisor, also der Erzeuger des Aktors, den Aktor neu initialisieren und wiederherstellen. Das Verhalten eines Aktors bezeichnet die Logik die beim Eintreffen einer Nachricht ausgeführt wird. Die Logik kann jederzeit als Reaktion auf eine Nachricht verändert werden. Jeder Aktor hat genau eine Mailbox für den Empfang von Nachrichten. Die Mailbox ist standardmäßig eine First In – First Out (FiFo) Queue. Die Queue der Mailbox kann in akka so konfiguriert werden, dass bestimmte Nachrichten priorisiert bearbeitet werden. Auch die Größe der Queue ist frei definierbar.   

akka bietet noch viele weiter Vorteile, die in vielen verschiedenen Blogbeiträgen im Internet und in einschlägigen Büchern beschrieben werden. Dazu zählen unter anderem der Remotezugriff oder das Clustering. Diese Fähigkeiten, macht akka zu einem hervorragendem Framework für moderne Microservices. Häufig findet man akka im sogenannten SMACK Stack wieder - SMACK steht hierbei für Spark, Mesos, akka, Cassandra, Kafka. Dieser Stack ist die Basis für unser Fast Data System bei croGoDeal.


Reaktive Programmierung ist aktuell wie nie zuvor. Der Begriff ist allerdings nicht genau definiert. Somit bezeichnen sich viele Applikationen als reaktiv, die es gar nicht sind. Reaktive Programmierung wird häufig mehr als Buzzword für eine spezielle Art von asynchrone Programmierung verwendet. Die vermutlich am besten passende Beschreibung einer reaktiven Architektur liefert das Reactivo Manifesto. Das möglichst einfache Erreichen der Ziele des Reactivo Manifestos verfolgen diverse Frameworks. Eines der besten für Java und Scala ist derzeit akka. Es ist mit verhältnismäßig einfachen Mitteln möglich antwortbereite, widerstandsfähige, elastische und nachrichtenorientierte Systeme auf Basis der JVM zu implementieren. Ein Java oder Scala Softwarearchitekt für skalierbare Applikationen sollte sich unbedingt erweiterte Kenntnisse in akka aneignen und das Framework in seine Planung mit einbeziehen.   

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Heute haben wir ein neues Projekt auf der github Seite von innFactory und auf dem npm innFactory Account veröffentlicht. Mithilfe von „react-native-aws-mobile-analytics“ lässt sich AWS Mobile Analytics kinderleicht in react-native Apps integrieren. 

Das SDK wurde von Anton für unsere croGoDeal App in Anlehnung an das originale AWS Mobile Analytics JS SDK entwickelt und jetzt OpenSource veröffentlicht. Der Einstieg sollte auch für neue Entwickler sehr einfach sein. Bei Fragen und Problemen stehen wir euch natürlich über den Issue-Tracker in github zur Verfügung. 

SDK in croGoDeal

Wie bereits erwähnt verwenden wir das SDK selbst für die Analyse und das UI/UX Tracking unserer User in croGoDeal. Neben den gängigen KPI wie "Daily Active User" oder "Monthly Users", können wir mit AWS Mobile Analytics auch A/B Tests und UI/UX Tests über das Toolkit auswerten. Die Tests sind für unsere croGoDeal App und die Strategie der Softwareentwicklung sehr wichtig, damit wir in unsere Hypothesen aus unseren Minimal Viable Products (MVP - Lean Startup) schnell verifizieren oder falsifizieren können. Eine ausführliche Studie, ob sich der geplante Nutzen so eingestellt hat wie erhofft, veröffentlichen wir zu einem späteren Zeitpunkt nach den ersten paar Releases der App.

Projekt auf github:

https://github.com/innFactory/react-native-aws-mobile-analytics

 

Komplettes Beispiel:

https://github.com/innFactory/react-native-aws-mobile-analytics-demo

 

NPM Package:

https://www.npmjs.com/package/react-native-aws-mobile-analytics

 

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Hintergrund: Das Backend unserer Produktidee „croGoDeal“ basiert in Teilen auf dem serverless Framework und Amazon Web Services (AWS). Wir nutzen hinter dem API Gateway eine AWS Lambda Funktion, die als GraphQL Schnittstelle dient. Die komplette Nutzerverwaltung wird mit dem AWS Dienst Cognito abgebildet. Damit wir die Schnittstellen in den einzelnen Entwicklungsstufen hinter dem API Gateway testen können, ohne, dass wir die Autorisierung ausbauen müssen, haben wir ein Desktoptool mit Electron entwickelt, dass uns JSON Web Tokens (JWT) generiert. 

  

Funktionsweise 

Der Screenshot zeigt die Funktionen der Applikation. Als Input sind lediglich der Cognito UserPool, die ClientId sowie die Benutzeranmeldedaten nötig. Der Token wird nach der Anmeldung rechts angezeigt und kann in ein anderes Entwicklungswerkzeug kopiert werden. Um nicht bei jedem Start die Daten eingeben zu müssen, werden die Einstellungen im Anwendungskontext persistent gespeichert. 

Technologien 

Die Anwendung wurde komplett mit der JavaScript-Bibliothek React programmiert, mit der man normalerweise Single Page Applikationen entwickelt. Um eine React App auf einem Desktop-PC nutzen zu können, verwenden wir das Framework „Electron“.

Electron liefert unsere React-App mit Hilfe von Chromium und Node.js als Desktopapplikation aus. 

Für die Anbindung zum AWS Cognito Service verwenden wir das offizielle aws-sdk für JavaScript. 

AWS Cognito Token Generator Software Architektur

 

Die Datenhaltung und Zustandsänderungen in der Anwendung werden durch Redux nach der Flux-Architektur umgesetzt.  Damit die Eingabedaten persistent erhalten bleiben, werden sie via Key-Value Paaren in den JSON-Storage geschrieben. Dies übernimmt immer der jeweilige Redux-Reducer bevor er den neuen Zustand zurückgibt: 

// user reducer 

export default function user(state: any = {}, action: actionType) { 
  switch (action.type) { 
    case SET_USER: 

      if (!action.data.rememberPassword) { 
        delete action.data["password"]; 
      } 

      // save user state persistently 
      storage.set("user", action.data, (err) => { if (err) { console.log(err) } }) 
      return action.data 

    default: 
      return state; 
  } 

Bei diesem Vorgehen muss man bedenken, dass jede State-Änderung auch einen Schreibzugriff auf die Festplatte mit sich zieht. Sobald man eine App mit sehr vielen State-Änderungen und evtl. großen Objekten entwickelt, sollte man besser auf eine periodische Datenspeicherung zurückgreifen, so wie es auch das Framework redux-persist macht. 

Der Sourcecode des Projekts ist OpenSource und auf unserer GitHub Seite verfügbar. 

 

https://github.com/innFactory/aws-session-token-gui  

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