Was ist Azure Boost?
Azure Boost ist ein von Microsoft entwickeltes System, das Aufgaben der Server-Virtualisierung, die traditionell vom Hypervisor und vom Host-Betriebssystem erledigt werden, auf eigens entwickelte Software und Hardware auslagert. Dadurch stehen CPU-Ressourcen den Gast-VMs zur Verfügung, was die Leistung erhöht. Gleichzeitig schafft Azure Boost eine abgesicherte Grundlage für Cloud-Workloads, da die eingesetzten Hardware- und Softwaresysteme von Microsoft selbst entwickelt wurden.
Azure Boost ist kein separat buchbares SKU, sondern eine Plattformfunktion. Sie steht auf ausgewählten, Azure-Boost-kompatiblen VM-Größen zur Verfügung. Microsoft führt in der Dokumentation eine Tabelle der unterstützten Größenfamilien und kennzeichnet je Serie, ob der Status Production oder Preview ist.
Kernfunktionen
Networking mit MANA: Der Microsoft Azure Network Adapter bietet über 200 Gbit/s Netzwerkbandbreite, eine Aktiv/Aktiv-Verbindung zum Top-of-Rack-Switch, native DPDK-Unterstützung auf Linux-VMs und eine konsistente Treiberschnittstelle über Hardwaregenerationen hinweg.
Storage-Offload auf FPGA: Die Storage-Verarbeitung für lokale, remote und gecachte Disks wird auf eine dynamisch programmierbare FPGA ausgelagert. VMs erhalten NVMe-Disk-Interfaces. Microsoft nennt bis zu 14 GB/s Durchsatz und 750.000 IOPS für Remote Storage.
Azure Boost SSD: Für lokale und gecachte Disks nennt Microsoft bis zu 36 GB/s Durchsatz und 6,6 Millionen IOPS, abhängig von der VM-Größe, bei optimierter Verschlüsselung im Ruhezustand und geringem Jitter.
Hardwarebasierte Sicherheit: Cerberus dient als unabhängiger Hardware Root of Trust zur Erfüllung von NIST 800-193. Workloads laufen nur, wenn Firmware und Software des Systems als vertrauenswürdig gelten.
Abgesicherte Systemsoftware: SELinux erzwingt das Least-Privilege-Prinzip auf dem System on Chip, Rust ist die primäre Sprache für neuen Code auf Boost, und der System-Kernel ist FIPS-140-zertifiziert.
Typische Anwendungsfälle
Storage-intensive Datenbanken und Analytics: Workloads mit hohem IOPS- und Durchsatzbedarf profitieren von der NVMe-Anbindung und dem FPGA-Offload.
Netzwerkintensive Anwendungen: Anwendungen mit hohem Bandbreitenbedarf nutzen MANA und die native DPDK-Unterstützung.
Große VM-Größen: Workloads, die die vom Host übernommenen Aufgaben stark belasten, sehen laut Microsoft eine Leistungssteigerung.
Azure Dedicated Hosts: Boost-fähige Hosts können zusätzliche kleine VMs aufnehmen oder größere VMs betreiben, was die Kosten je Host senken kann.
Vorteile
- Mehr CPU-Ressourcen für Gast-VMs, da Storage- und Netzwerkaufgaben ausgelagert werden
- Höherer Storage-Durchsatz und deutlich mehr IOPS mit NVMe-Schnittstellen
- Netzwerkbandbreite von über 200 Gbit/s mit hoher Verfügbarkeit und DPDK-Unterstützung
- Reduzierter Jitter und verbesserte Latenz für sensible Workloads
- Hardwarebasierter Root of Trust, Attestation und Code-Integrität als Sicherheitsgrundlage
- Kontinuierliche Weiterentwicklung durch aktualisierbare FPGA-Hardware im Bestand
Integration mit innFactory
Als Microsoft Solutions Partner unterstützt innFactory Sie bei der Auswahl Azure-Boost-fähiger VM-Größen für Ihre Workloads: Bewertung der Storage- und Netzwerkanforderungen, Prüfung des Deployment-Status der jeweiligen Größenfamilie sowie Migrations- und Betriebskonzept.
Kontaktieren Sie uns für eine unverbindliche Beratung zu Azure Boost und VM-Sizing auf Azure.
Typische Anwendungsfälle
Technische Spezifikationen
Häufig gestellte Fragen
Ist Azure Boost ein eigenes Produkt, das man buchen kann?
Nein. Azure Boost ist ein von Microsoft entwickeltes System, das Virtualisierungsaufgaben vom Hypervisor und Host-Betriebssystem auf dedizierte Software und Hardware auslagert. Es steht auf ausgewählten, Azure-Boost-kompatiblen VM-Größen zur Verfügung und wird nicht separat gebucht.
Welche Performance-Werte nennt Microsoft?
Microsoft nennt für Remote Storage bis zu 14 GB/s Durchsatz und 750.000 IOPS sowie für lokalen und gecachten Storage mit Azure Boost SSD bis zu 36 GB/s Durchsatz und 6,6 Millionen IOPS, abhängig von der gewählten VM-Größe. Im Netzwerk werden über 200 Gbit/s Bandbreite genannt.
Welche Sicherheitsfunktionen bringt Azure Boost mit?
Azure Boost nutzt den Cerberus-Chip als unabhängigen Hardware Root of Trust zur Erfüllung der NIST-800-193-Zertifizierung. Hinzu kommen Secure Boot und Attestation über den Azure Attestation Service, durchgängige Code-Integritätsprüfung, ein mit SELinux abgesichertes Betriebssystem, Rust als primäre Sprache für neuen Code und ein FIPS-140-zertifizierter System-Kernel.
Profitieren auch große VMs von Azure Boost?
Ja. Laut Microsoft profitieren große VM-Größen, die einen Großteil der Host-Ressourcen belegen, weil Workloads, die die durch Azure Boost ersetzten Host-Prozesse belasten, eine Leistungssteigerung sehen. Für Azure Dedicated Hosts können Boost-fähige Hosts zusätzliche kleine VMs aufnehmen oder größere VMs betreiben.
Was ist MANA?
Der Microsoft Azure Network Adapter (MANA) ist die Netzwerkkarte der nächsten Generation von Azure Boost. Sie bringt Hardware-Beschleunigung, eine konsistente Treiberschnittstelle, hohe Netzwerkverfügbarkeit über eine Aktiv/Aktiv-Verbindung zum Top-of-Rack-Switch und native DPDK-Unterstützung auf Linux-VMs mit.
Hinweis: Alle Produktinformationen auf dieser Seite wurden sorgfältig zusammengestellt, sind jedoch ohne Gewähr und können veraltet oder unvollständig sein. Cloud-Services entwickeln sich schnell weiter — Funktionen, Preise, SLAs und Verfügbarkeit ändern sich laufend. Verbindliche und aktuelle Informationen finden Sie ausschließlich auf der offiziellen Produktseite von Azure (offizielle Dokumentation). Diese Seite stellt kein Angebot von Azure dar.
