Azure Confidential Computing schützt Daten während der Verarbeitung – also in dem Zustand, den Verschlüsselung im Ruhezustand und bei der Übertragung nicht abdeckt.
Was ist Azure Confidential Computing?
Confidential Computing ist ein Branchenbegriff, den das Confidential Computing Consortium (CCC) der Linux Foundation etabliert hat. Die Definition des CCC lautet: Confidential Computing schützt Daten in Verwendung, indem die Berechnung in einer hardwarebasierten, attestierten Trusted Execution Environment ausgeführt wird. Diese sicheren und isolierten Umgebungen verhindern unbefugten Zugriff auf Anwendungen und Daten sowie deren Veränderung während der Nutzung. Microsoft ist Gründungsmitglied des CCC und stellt in Azure TEEs auf Basis dieser Definition bereit.
Azure verschlüsselt Daten bereits im Ruhezustand und bei der Übertragung. Confidential Computing schließt die dritte Lücke: den Schutz von Daten in Verwendung, einschließlich des Schutzes kryptografischer Schlüssel. Das Bedrohungsmodell zielt ausdrücklich darauf, das Vertrauen in den Cloud-Betreiber zu reduzieren beziehungsweise dessen Zugriff auf Code und Daten während der Ausführung auszuschließen. Azure nutzt dafür einen Hardware Root of Trust, der nicht vom Cloud-Anbieter kontrolliert wird.
Praktisch bedeutet das: Bei aktiviertem und korrekt konfiguriertem Confidential Computing kann Microsoft laut eigener Dokumentation nicht auf unverschlüsselte Kundendaten zugreifen. Genau deshalb führt Microsoft Confidential Computing auch als eine der Kernfunktionen der Sovereign Public Cloud.
Kernfunktionen
- AMD SEV-SNP Confidential VMs: DCasv5 und ECasv5 zum Rehosting bestehender Workloads bei Schutz vor Cloud-Betreibern; DCasv6 und ECasv6 befinden sich in einer Gated Preview
- Intel TDX Confidential VMs: DCesv6 und ECesv6 für Vertraulichkeit auf VM-Ebene
- Confidential GPU VMs: NCCadsH100v5 verbindet GPU-Leistung mit verbundenen CPU- und GPU-TEEs für sensible KI- und Machine-Learning-Workloads
- Confidential AKS Worker Nodes: Container-Rehosting mit Vertraulichkeit auf Worker-Node-Ebene auf AMD-SEV-SNP-Hardware
- Confidential Containers on Azure Container Instances: Integrität und Attestierung auf Container-Ebene über Confidential-Computing-Enforcement-Policies (CCE)
- Ergänzende Dienste: Azure Attestation, Azure confidential ledger, Azure Key Vault Managed HSM und Always Encrypted with secure enclaves in Azure SQL
Typische Anwendungsfälle
Regulierte Datenverarbeitung
Organisationen, die besonders schutzbedürftige Daten verarbeiten und dabei den Zugriff durch den Cloud-Betreiber technisch ausschließen müssen.
Vertrauliche KI-Workloads
Über NCCadsH100v5 lassen sich Modelle und Eingabedaten auch während der Berechnung auf der GPU schützen. Microsoft nennt zudem Confidential Inferencing mit dem Azure OpenAI Whisper-Modell als konkretes Szenario.
Rehosting bestehender Anwendungen
Die Confidential-VM-Serien sind laut Microsoft explizit darauf ausgelegt, bestehende Workloads ohne Umbau in eine geschützte Umgebung zu verlagern.
Container-Workloads mit Attestierung
Confidential Containers on Azure Container Instances adressieren Szenarien, in denen die Integrität des Containers nachweisbar sein muss.
Souveräne Architekturen
In der Sovereign Public Cloud dient Confidential Computing als Baustein, um operative Zugriffsrisiken während der Verarbeitung zu begrenzen.
Vorteile
- Schließt die Lücke zwischen Verschlüsselung im Ruhezustand und bei der Übertragung
- Hardware Root of Trust, der nicht vom Cloud-Anbieter kontrolliert wird
- Attestierung über Azure Attestation als nachprüfbarer Nachweis der Umgebung
- Breites Spektrum von VMs über AKS-Knoten bis zu Container Instances
- Anschlussfähig an souveräne Architekturmuster wie die Sovereign Landing Zone
Integration mit innFactory
Als indirekter Microsoft-CSP-Partner unterstützt innFactory Sie bei der Auswahl der passenden Confidential-Computing-Bausteine: welche VM-Serie zu Ihrem Workload passt, wann Confidential AKS Nodes gegenüber Confidential Containers sinnvoll sind und wie Attestierung in Ihre Betriebsprozesse eingebunden wird.
Für regulierte Umgebungen ordnen wir das Ergebnis in Ihr Gesamtkonzept ein – die rechtlichen Anforderungen für Berufsgeheimnisträger beschreiben wir im Beitrag zum § 203 StGB in der Public Cloud. Die plattformseitige Verankerung erfolgt über eine Azure Landing Zone.
Kontaktieren Sie uns für eine unverbindliche Beratung zu Confidential Computing auf Microsoft Azure.
Typische Anwendungsfälle
Technische Spezifikationen
Häufig gestellte Fragen
Was ist Confidential Computing?
Confidential Computing ist ein Branchenbegriff, den das Confidential Computing Consortium (CCC) der Linux Foundation geprägt hat. Das CCC definiert ihn so: „Confidential Computing protects data in use by performing computation in a hardware-based, attested Trusted Execution Environment.“ Microsoft ist Gründungsmitglied des CCC und stellt in Azure TEEs auf Basis dieser Definition bereit.
Schützt Confidential Computing auch vor dem Cloud-Betreiber?
Ja, das ist der ausdrückliche Anspruch. Microsoft formuliert: Azure Confidential Computing hilft Kunden, unbefugten Zugriff auf Daten in Verwendung zu verhindern, einschließlich durch den Cloud-Betreiber, indem Daten in einem hardwarebasierten und attestierten TEE verarbeitet werden. Bei aktiviertem und korrekt konfiguriertem Confidential Computing kann Microsoft nicht auf unverschlüsselte Kundendaten zugreifen.
Welche VM-Serien stehen zur Verfügung?
Für AMD SEV-SNP nennt Microsoft die Serien DCasv5 und ECasv5; DCasv6 und ECasv6 befinden sich derzeit in einer Gated Preview. Für Intel TDX stehen DCesv6 und ECesv6 bereit. Für vertrauliche KI-Workloads gibt es die Confidential GPU VM NCCadsH100v5, die GPU-Leistung mit verbundenen CPU- und GPU-TEEs kombiniert.
Gibt es Confidential Computing auch für Container?
Ja. Microsoft nennt Confidential VM AKS Worker Nodes auf AMD-SEV-SNP-Hardware für Vertraulichkeit auf Worker-Node-Ebene sowie Confidential Containers on Azure Container Instances, die Integrität und Attestierung auf Container-Ebene über Confidential-Computing-Enforcement-Policies (CCE) unterstützen.
Welche weiteren Azure-Dienste bauen auf Confidential Computing auf?
Microsoft listet unter anderem Azure Key Vault Managed HSM, Azure Attestation für Remote-Attestierung von TEEs, Azure confidential ledger als manipulationssicheren Write-once-Speicher, Always Encrypted with secure enclaves in Azure SQL, Azure Virtual Desktop sowie Azure Databricks.
Was kostet Confidential Computing?
Microsoft weist keine eigene Preisseite für Confidential Computing aus. Abgerechnet werden die genutzten Ressourcen, insbesondere die jeweiligen VM-Serien. Aktuelle Preise finden Sie auf der Azure-Preisseite für VM-Serien.
Hinweis: Alle Produktinformationen auf dieser Seite wurden sorgfältig zusammengestellt, sind jedoch ohne Gewähr und können veraltet oder unvollständig sein. Cloud-Services entwickeln sich schnell weiter — Funktionen, Preise, SLAs und Verfügbarkeit ändern sich laufend. Verbindliche und aktuelle Informationen finden Sie ausschließlich auf der offiziellen Produktseite von Azure (offizielle Dokumentation). Diese Seite stellt kein Angebot von Azure dar.
