Was ist Azure DNS Private Resolver?
Azure DNS Private Resolver ist ein vollständig verwalteter, hochverfügbarer Dienst für sichere und nahtlose DNS-Auflösung zwischen Azure Virtual Networks und On-Premises-Umgebungen. Sie müssen dafür keine eigenen DNS-Server bereitstellen, verwalten oder patchen. Der Dienst erleichtert die hybride Netzwerkanbindung und vereinfacht die Netzwerkverwaltung in Unternehmensszenarien.
Der Resolver benötigt ein Azure Virtual Network. Beim Anlegen erstellen Sie einen oder mehrere Inbound-Endpunkte, die als Ziel für DNS-Anfragen dienen. Der Outbound-Endpunkt verarbeitet DNS-Anfragen auf Basis eines von Ihnen konfigurierten DNS Forwarding Rulesets; Anfragen aus verknüpften Netzwerken lassen sich an andere DNS-Server weiterleiten. DNS-Client-Einstellungen auf Ihren virtuellen Maschinen müssen Sie dafür nicht ändern.
Die Auflösung folgt einer festen Reihenfolge: Zuerst greifen gegebenenfalls konfigurierte benutzerdefinierte DNS-Server, danach mit dem VNet verknüpfte private DNS-Zonen, anschließend die Virtual-Network-Links der Forwarding Rulesets. Passt kein Suffix, löst Azure DNS die Anfrage auf; bei mehreren Treffern gilt das längste Suffix. Für die Auflösung zwischen Azure-VNets und On-Premises-Netzwerken ist Azure ExpressRoute oder ein VPN erforderlich.
Kernfunktionen
- Inbound-Endpunkte für die Namensauflösung aus On-Premises über eine IP-Adresse aus dem privaten VNet-Adressraum, statisch oder dynamisch adressiert
- Outbound-Endpunkte für die bedingte Weiterleitung von Azure nach On-Premises, zu anderen Cloud-Anbietern oder zu externen DNS-Servern
- DNS Forwarding Rulesets mit bis zu 1.000 Regeln, verknüpfbar mit mehreren Outbound-Endpunkten und Virtual Networks
- Virtual Network Links für die Namensauflösung verknüpfter Netze
- Eingebaute Hochverfügbarkeit und Zonenredundanz
- Bereitstellung über Terraform, ARM-Template oder Bicep
Typische Anwendungsfälle
Private DNS-Zonen von On-Premises auflösen
Tragen Sie die IP-Adresse des Inbound-Endpunkts in Ihren On-Premises-DNS-Conditional-Forwarder ein, um Azure Private DNS Zones aus dem eigenen Rechenzentrum aufzulösen, etwa für VMs mit Auto-Registrierung oder für Private-Link-fähige Dienste.
Weiterleitung von Azure nach On-Premises
Über Outbound-Endpunkte und Forwarding Rulesets leiten Sie Anfragen für bestimmte Domänen gezielt an Ihre internen DNS-Server oder an externe Resolver weiter.
Ablösung eigener DNS-Weiterleitungs-VMs
Statt DNS-Forwarder auf virtuellen Maschinen zu betreiben, zu patchen und hochverfügbar auszulegen, übernimmt der verwaltete Dienst diese Aufgabe.
Hybride Netzwerke
In Umgebungen mit ExpressRoute oder VPN sorgt der Resolver für konsistente Namensauflösung in beide Richtungen.
Vorteile
- Vollständig verwaltet mit eingebauter Hochverfügbarkeit und Zonenredundanz
- Geringere Betriebskosten im Vergleich zu selbst betriebenen IaaS-Lösungen
- Privater Zugriff auf Ihre Private DNS Zones mit bedingter Weiterleitung in beide Richtungen
- Hohe Leistung je Endpunkt mit bis zu 10.000 Anfragen pro Sekunde
- DevOps-freundlich: Bereitstellung über Terraform, ARM-Template oder Bicep
- Keine Änderungen an den DNS-Client-Einstellungen der virtuellen Maschinen erforderlich
Integration mit innFactory
Als Microsoft Solutions Partner unterstützt innFactory Sie beim Entwurf und Betrieb hybrider DNS-Architekturen: Dimensionierung der Subnetze, Aufbau von Inbound- und Outbound-Endpunkten, Struktur der Forwarding Rulesets sowie Migration bestehender DNS-Forwarder-VMs.
Ergänzend prüfen wir die Einschränkungen für Ihre Umgebung, etwa bei verschlüsselten VNets oder Azure Lighthouse, und binden die Lösung in Ihre Landing-Zone-Architektur ein. Kontaktieren Sie uns für eine unverbindliche Beratung.
Typische Anwendungsfälle
Technische Spezifikationen
Häufig gestellte Fragen
Wofür brauche ich Azure DNS Private Resolver?
Der Dienst ermöglicht sichere DNS-Auflösung zwischen Azure Virtual Networks und On-Premises-Umgebungen, ohne dass Sie eigene DNS-Server bereitstellen, verwalten und patchen müssen. Damit lassen sich private DNS-Zonen von überall auflösen.
Was ist der Unterschied zwischen Inbound- und Outbound-Endpunkt?
Ein Inbound-Endpunkt ermöglicht die Namensauflösung aus On-Premises oder anderen privaten Standorten über eine IP-Adresse aus Ihrem privaten VNet-Adressraum; er nimmt DNS-Anfragen entgegen, die nach Azure hineinlaufen. Ein Outbound-Endpunkt ermöglicht die bedingte Weiterleitung von Azure nach On-Premises, zu anderen Cloud-Anbietern oder zu externen DNS-Servern; die Anfragen verlassen Azure.
Welche Grenzen gelten?
Microsoft nennt unter anderem 15 DNS Private Resolver je Subscription, je 5 Inbound- und Outbound-Endpunkte je Resolver, 1.000 Weiterleitungsregeln je Ruleset, 500 VNet-Links je Ruleset, 2 Outbound-Endpunkte je Ruleset, 6 Ziel-DNS-Server je Regel und 10.000 Anfragen pro Sekunde je Endpunkt. Für Endpunkte ist ein dediziertes Subnetz zwischen /28 und /24 erforderlich, das ausschließlich an 'Microsoft.Network/dnsResolvers' delegiert ist.
Welche Einschränkungen sind zu beachten?
VNets mit aktivierter Verschlüsselung unterstützen den Dienst nicht. Ein Resolver kann nur ein VNet in derselben Region referenzieren, und mehrere Resolver können sich kein VNet teilen. IPv6-fähige Subnetze werden nicht unterstützt, ebenso wenig ExpressRoute FastPath. Der Dienst ist laut Microsoft nicht mit Azure Lighthouse kompatibel, und Rulesets lassen sich nicht tenantübergreifend verlinken.
Bleiben die Daten in der Region?
Microsoft gibt an, dass Azure DNS Private Resolver keine Kundendaten außerhalb der Region bewegt oder speichert, in der der Resolver bereitgestellt ist.
Hinweis: Alle Produktinformationen auf dieser Seite wurden sorgfältig zusammengestellt, sind jedoch ohne Gewähr und können veraltet oder unvollständig sein. Cloud-Services entwickeln sich schnell weiter — Funktionen, Preise, SLAs und Verfügbarkeit ändern sich laufend. Verbindliche und aktuelle Informationen finden Sie ausschließlich auf der offiziellen Produktseite von Azure (offizielle Dokumentation). Diese Seite stellt kein Angebot von Azure dar.
