Azure Table Storage ist ein kosteneffizienter NoSQL-Schlüssel-Wert-Speicher für strukturierte, nicht-relationale Daten. Der Service bietet automatische Skalierung auf Petabyte-Größe bei extrem niedrigen Kosten pro Gigabyte.
Was ist Azure Table Storage?
Azure Table Storage ist ein NoSQL-Datenspeicher für strukturierte, schemalose Daten in der Cloud. Anders als relationale Datenbanken speichert Table Storage Daten in Tabellen mit flexiblem Schema, wobei jede Entität (Zeile) unterschiedliche Eigenschaften haben kann. Der Zugriff erfolgt über einen zusammengesetzten Schlüssel aus Partition Key und Row Key, was extrem schnelle Point-Lookups ermöglicht.
Der Service wurde für massive Skalierung konzipiert: Ein einzelnes Storage Account kann bis zu 500 TB speichern, mit praktisch unbegrenzter horizontaler Skalierung durch zusätzliche Accounts. Jede Partition kann bis zu 20.000 Transaktionen pro Sekunde verarbeiten. Die Kosten sind mit ca. 0,05 Euro pro GB/Monat deutlich niedriger als bei Azure Cosmos DB, allerdings ohne globale Verteilung oder niedrige Latenzgarantien.
Table Storage eignet sich perfekt für Szenarien, in denen große Datenmengen kostengünstig gespeichert werden müssen, ohne komplexe Abfrageanforderungen. Typische Anwendungsfälle sind Session-State-Verwaltung für Webanwendungen, IoT-Telemetriedaten, Audit-Logs, Benutzerprofile und Metadaten. Der flexible Schema-Ansatz ermöglicht agile Entwicklung ohne Migrationsaufwand bei Datenmodell-Änderungen.
Table Storage vs. Alternativen
Bei der Wahl einer Cloud-Lösung stellt sich oft die Frage nach Alternativen. Table Storage konkurriert mit vergleichbaren Services anderer Cloud-Provider:
- AWS: DynamoDB (ähnliches Key-Value-Modell, aber höhere Performance und Kosten)
- Google Cloud: Cloud Bigtable (für extrem hohen Durchsatz bei Petabyte-Daten)
Während die Funktionalität oft ähnlich ist, unterscheiden sich die Services in Pricing-Modellen, regionaler Verfügbarkeit und Integrations-Ökosystem. Azure punktet besonders bei Enterprise-Kunden mit Microsoft-Stack und Hybrid-Cloud-Szenarien.
Typische Anwendungsfälle
Session-State-Verwaltung für Web-Anwendungen
Speichern Sie Benutzersitzungen für skalierbare Webanwendungen. Mit Partition Key = User ID erreichen Sie schnelle Lookups. Günstiger als Redis für Szenarien ohne Sub-Millisekunden-Anforderungen.
IoT-Telemetriedaten und Sensorwerte
Erfassen Sie Millionen von IoT-Ereignissen pro Sekunde. Partition Key = Device ID + Zeitbereich ermöglicht effiziente Zeit-basierte Abfragen. Archivieren Sie historische Daten kostengünstig mit Lifecycle-Policies zu Cool/Archive-Tier.
Audit-Logs und Event-Daten
Speichern Sie Audit-Logs für Compliance-Anforderungen. Unveränderliche Storage-Policies verhindern Manipulation. Retention-Policies automatisieren Löschung nach gesetzlicher Aufbewahrungsfrist.
Benutzerprofile und Metadaten
Verwalten Sie Benutzerprofile mit flexiblem Schema. Neue Eigenschaften können ohne Migrations-Scripts hinzugefügt werden. Point-Lookups über User ID sind extrem schnell.
Flexible Schemas für semi-strukturierte Daten
Ideal für agile Entwicklung, wo sich Datenmodelle häufig ändern. Jede Entität kann unterschiedliche Eigenschaften haben, ohne Schema-Migrationen.
Best Practices
Effiziente Partition Key Design
Wählen Sie Partition Keys, die Last gleichmäßig verteilen. Vermeiden Sie Hot Partitions durch zu viele Anfragen auf eine Partition. Nutzen Sie zusammengesetzte Keys (z.B. User ID + Monat) für bessere Verteilung.
Batching für höheren Durchsatz
Nutzen Sie Entity Group Transactions (Batch Operations) für bis zu 100 Entitäten in einer Partition. Reduziert Latenz und Kosten durch weniger HTTP-Requests.
Lifecycle-Policies für Kostenoptimierung
Verschieben Sie alte Daten automatisch zu Cool oder Archive Storage Tier. Sparen Sie bis zu 70% bei selten abgerufenen Daten.
Projection Queries für Bandbreite-Einsparung
Rufen Sie nur benötigte Eigenschaften ab (Projection Queries). Reduziert Netzwerk-Traffic und Latenz bei großen Entitäten.
Geo-Redundanz für Business Continuity
Nutzen Sie GRS oder RA-GRS für Replikation in sekundäre Region. RA-GRS ermöglicht Lesezugriff auf Replikat bei Ausfall primärer Region.
Häufig gestellte Fragen zu Azure Table Storage
Wann sollte ich Table Storage statt Cosmos DB nutzen?
Nutzen Sie Table Storage für kostenoptimierte Szenarien ohne Anforderungen an globale Verteilung oder niedrige Latenz (< 10ms). Table Storage kostet ca. 1/10 von Cosmos DB, bietet aber nur regionale Verfügbarkeit und höhere Latenz (typisch 20-50ms). Cosmos DB wählen Sie für globale Apps, niedrige Latenz, komplexe Abfragen oder garantierte Throughput-SLAs.
Wie funktioniert Partitionierung in Table Storage?
Entitäten werden basierend auf dem Partition Key verteilt. Alle Entitäten mit gleichem Partition Key werden zusammen gespeichert und können in Transaktionen (Batch Operations) bearbeitet werden. Row Key ist eindeutig innerhalb einer Partition. Effizientes Design verteilt Last gleichmäßig über viele Partitionen.
Welche Abfragemöglichkeiten bietet Table Storage?
Point Lookups (Partition Key + Row Key) sind extrem schnell. Partition Scans (alle Entitäten einer Partition) sind effizient. Table Scans (alle Entitäten) sollten vermieden werden. Sekundäre Indizes werden nicht unterstützt, nur Partition Key und Row Key sind indiziert. Für komplexe Abfragen verwenden Sie Azure Search oder Cosmos DB.
Wie viel kostet Table Storage?
Sehr kostengünstig: ca. 0,05 Euro/GB/Monat (LRS). Transaktionen kosten ca. 0,004 Euro/10.000 Operationen. Ein Beispiel: 100 GB Daten mit 1 Million Transaktionen/Monat kostet ca. 5,40 Euro. Deutlich günstiger als Cosmos DB (ca. 50-60 Euro für vergleichbares Szenario).
Kann ich Table Storage Daten verschlüsseln?
Ja, alle Daten werden automatisch mit AES-256 verschlüsselt (Encryption at Rest). Standardmäßig verwaltet Microsoft die Schlüssel, Sie können aber auch eigene Schlüssel (Customer-Managed Keys) über Azure Key Vault verwenden. Verschlüsselung bei Übertragung via HTTPS ist obligatorisch.
Wie migriere ich von Table Storage zu Cosmos DB?
Azure Cosmos DB bietet eine Table API, die mit Table Storage kompatibel ist. Sie können vorhandenen Code mit minimalen Änderungen migrieren (nur Connection String ändern). Azure Data Factory oder AzCopy können Daten migrieren. Beachten Sie höhere Kosten bei Cosmos DB.
Unterstützt Table Storage Transaktionen?
Ja, Entity Group Transactions (Batch Operations) ermöglichen ACID-Transaktionen für bis zu 100 Entitäten innerhalb derselben Partition. Alle Operationen erfolgen atomar (alle erfolgreich oder alle fehlgeschlagen). Transaktionen über Partitionsgrenzen sind nicht möglich.
Wie erreiche ich hohe Verfügbarkeit?
Wählen Sie GRS (Geo-Redundant Storage) für automatische Replikation in sekundäre Azure-Region (300+ km entfernt). RA-GRS ermöglicht zusätzlich Lesezugriff auf sekundäres Replikat. ZRS (Zone-Redundant Storage) repliziert innerhalb einer Region über 3 Availability Zones. SLAs: 99.9% (LRS/ZRS), 99.99% read (RA-GRS).
Integration mit innFactory
Als Microsoft Solutions Partner unterstützt innFactory Sie bei der Architektur und Implementierung von Azure Table Storage-Lösungen. Wir helfen bei effizienter Partition Key-Strategie, Migration von relationalen Datenbanken, Kostenoptimierung durch Lifecycle-Policies sowie Integration mit Azure Functions und Event Grid für Event-driven Architekturen.
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