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Azure Traffic Manager - DNS-basiertes Traffic Load Balancing

Azure Traffic Manager ist ein DNS-basierter Load Balancer, der Traffic global über Routing-Methoden wie Performance, Priority, Geographic und Weighted verteilt.

networking
Preismodell Per DNS query and health check
Verfügbarkeit Global, not region-specific
Datensouveränität Global service, DNS-only
Zuverlässigkeit 99.99% availability SLA

Azure Traffic Manager ist ein DNS-basierter Load Balancer für globale Traffic-Verteilung. Der Service routet Benutzer basierend auf konfigurierbaren Methoden wie Performance, Priority, Geographic oder Weighted zu den optimalen Endpunkten.

Was ist Azure Traffic Manager?

Azure Traffic Manager ist kein klassischer Load Balancer wie Azure Load Balancer, sondern ein DNS-Level Traffic Router. Wenn ein Client eine DNS-Anfrage stellt, antwortet Traffic Manager mit der IP-Adresse des optimalen Endpunkts basierend auf der konfigurierten Routing-Methode. Der Client verbindet sich dann direkt mit diesem Endpunkt, nicht über Traffic Manager.

Der Service unterstützt sechs Routing-Methoden: Performance (routet zur Region mit niedrigster Latenz), Priority (aktiv/passiv Failover), Weighted (proportionale Verteilung für A/B-Testing), Geographic (basierend auf geografischem Standort des Clients), Multivalue (gibt mehrere IPs zurück für Client-seitige Auswahl) und Subnet (basierend auf Client-IP-Bereich).

Traffic Manager ist besonders wertvoll für global verteilte Anwendungen, die Hochverfügbarkeit über Regionen hinweg benötigen, Disaster Recovery mit automatischem Failover oder geografisches Routing für Data Residency-Anforderungen. Health Checks überwachen kontinuierlich Endpunkte und entfernen ausgefallene automatisch aus dem DNS-Routing.

Traffic Manager vs. Alternativen

Bei der Wahl einer Cloud-Lösung stellt sich oft die Frage nach Alternativen. Traffic Manager konkurriert mit vergleichbaren Services anderer Cloud-Provider:

  • AWS: Route 53 (ähnliche DNS-basierte Routing-Funktionen)
  • Google Cloud: Cloud DNS mit Traffic Director

Während die Funktionalität oft ähnlich ist, unterscheiden sich die Services in Pricing-Modellen, regionaler Verfügbarkeit und Integrations-Ökosystem. Azure punktet besonders bei Enterprise-Kunden mit Microsoft-Stack und Hybrid-Cloud-Szenarien.

Typische Anwendungsfälle

Globale Hochverfügbarkeit mit automatischem Failover

Konfigurieren Sie Priority-Routing mit primärer Region und Failover-Regionen. Traffic Manager routet automatisch zu Backup-Region bei Ausfall der Primären. Health Checks prüfen alle 10-30 Sekunden.

Performance-Optimierung für globale Benutzer

Performance-Routing leitet Benutzer zur Region mit niedrigster Netzwerk-Latenz. Reduziert Page-Load-Times für globale Webanwendungen. Kombinierbar mit Azure Front Door für zusätzliche CDN-Funktionen.

Geografisches Routing für Data Residency

Geographic-Routing stellt sicher, dass EU-Benutzer nur EU-Regionen erreichen. Erfüllt DSGVO und andere Data Residency-Anforderungen. Subnet-Routing ermöglicht noch granularere Kontrolle basierend auf IP-Bereichen.

Canary und Blue/Green Deployments

Weighted-Routing ermöglicht graduelle Traffic-Verlagerung. Starten Sie mit 5% Traffic zur neuen Version, erhöhen Sie schrittweise. Sofortiger Rollback durch Gewicht auf 0 setzen.

Hybrid-Cloud-Szenarien

External Endpoints erlauben Routing zu On-Premises-Infrastruktur oder anderen Clouds. Graduelle Migration in die Cloud mit Traffic-Verlagerung über Wochen. Backup zu On-Premises bei Azure-Ausfall.

Best Practices

Niedrige TTLs für schnelleres Failover

Reduzieren Sie DNS-TTL auf 60 Sekunden für schnellere Failover-Reaktion. Beachten Sie: Niedrigere TTLs erhöhen DNS-Query-Kosten. Balance zwischen Failover-Geschwindigkeit und Kosten.

Nested Profiles für komplexe Routing-Logik

Kombinieren Sie mehrere Routing-Methoden durch verschachtelte Profile. Beispiel: Geographic-Routing zu Regionen, dann Performance-Routing innerhalb jeder Region für Zone-Redundanz.

Health Checks richtig konfigurieren

Konfigurieren Sie Health Checks auf Application-Level-Endpunkte, nicht nur Server-Status. Custom Paths prüfen kritische App-Komponenten. Vermeiden Sie zu aggressive Intervalle (erhöht Kosten).

Azure Monitor für Alerting

Erstellen Sie Alerts für Endpoint-Ausfälle über Azure Monitor. Automatische Benachrichtigung bei Failover-Events. Dashboards zeigen Endpoint-Health-Historie.

Kombination mit Azure Front Door

Traffic Manager für Global Load Balancing, Front Door für CDN und WAF. Traffic Manager routet zu regionalen Front Door-Instanzen. Optimale Kombination für globale Web-Apps.

Häufig gestellte Fragen zu Azure Traffic Manager

Was ist der Unterschied zwischen Traffic Manager und Load Balancer?

Traffic Manager ist DNS-basiert und routet auf Basis von DNS-Anfragen. Clients verbinden sich direkt mit Endpunkten. Load Balancer ist ein Layer-4/7-Proxy, bei dem Traffic durch den Load Balancer fließt. Traffic Manager für Global Load Balancing über Regionen, Load Balancer für VMs innerhalb einer Region.

Was kostet Traffic Manager?

Preismodell: ca. 0,50 Euro pro 1 Million DNS-Anfragen plus ca. 0,30 Euro pro Endpoint pro Monat für Health Checks. Beispiel: 10 Millionen DNS-Anfragen/Monat mit 3 Endpoints kostet ca. 5,90 Euro. Sehr kostengünstig für globale Traffic-Verteilung.

Wie schnell erfolgt Failover bei Endpoint-Ausfall?

Failover-Zeit = Health Check Interval + DNS TTL + Client-Cache. Mit 10 Sekunden Health Check Interval und 60 Sekunden TTL dauert Failover 70-90 Sekunden. Für schnelleres Failover nutzen Sie Azure Front Door (Sub-Sekunden-Failover).

Kann Traffic Manager Traffic zu anderen Clouds routen?

Ja, über External Endpoints. Routet zu AWS, GCP oder beliebigen öffentlichen IPs. Ermöglicht Multi-Cloud-Szenarien oder graduelle Migration zwischen Clouds. Health Checks funktionieren auch für externe Endpunkte.

Unterstützt Traffic Manager HTTPS-Terminierung?

Nein, Traffic Manager ist nur DNS-basiert und terminiert keinen Traffic. Für HTTPS-Terminierung, WAF oder CDN-Funktionen nutzen Sie Azure Front Door oder Application Gateway vor den Endpunkten.

Wie funktioniert Performance-Routing?

Traffic Manager misst kontinuierlich Netzwerk-Latenz von verschiedenen geografischen Standorten zu allen Endpunkten. Basierend auf Client-IP-Adresse wählt Traffic Manager den Endpunkt mit historisch niedrigster Latenz. Messungen werden regelmäßig aktualisiert.

Kann ich Traffic Manager mit Private Endpoints nutzen?

Nein, Traffic Manager funktioniert nur mit öffentlich erreichbaren Endpunkten (öffentliche IPs). Für private Endpunkte innerhalb von VNets nutzen Sie Azure Load Balancer oder Azure Application Gateway.

Wie kombiniere ich Traffic Manager mit Azure Front Door?

Typisches Pattern: Traffic Manager als oberste Schicht für Geographic oder Priority-Routing, routet zu regionalen Azure Front Door-Instanzen. Front Door bietet dann CDN, WAF und Layer-7-Load Balancing innerhalb der Region. Optimale globale Performance und Security.

Integration mit innFactory

Als Microsoft Solutions Partner unterstützt innFactory Sie bei der Architektur globaler, hochverfügbarer Anwendungen mit Azure Traffic Manager. Wir helfen bei der Auswahl der optimalen Routing-Methode, Design von Multi-Region-Architekturen, Disaster Recovery-Strategien sowie Integration mit Azure Front Door und Application Gateway.

Kontaktieren Sie uns für eine unverbindliche Beratung zu Azure Traffic Manager und Microsoft Azure.

Typische Anwendungsfälle

Globale Load-Verteilung über mehrere Azure-Regionen
Failover zu Backup-Regionen bei Ausfall
Performance-Routing zu nächstgelegener Region
Blue/Green und Canary Deployments
Geografisches Routing für Data Residency
Hybrid-Cloud-Szenarien mit On-Premises-Endpunkten

Technische Spezifikationen

DNS Global anycast DNS network
Endpoint types Azure endpoints, External endpoints, Nested profiles
Health checks HTTP, HTTPS, TCP probes with custom intervals
Monitoring Endpoint health monitoring, Azure Monitor integration
Routing methods Performance, Priority, Weighted, Geographic, Multivalue, Subnet
Ttl Configurable DNS TTL (0-2,147,483,647 seconds)

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