Azure Virtual Network Manager ist ein zentraler Verwaltungsdienst, mit dem sich virtuelle Netzwerke global über Subscriptions und Tenants hinweg gruppieren, konfigurieren, bereitstellen und verwalten lassen.
Was ist Azure Virtual Network Manager?
Azure Virtual Network Manager bietet eine einheitliche Verwaltungsoberfläche für Netzwerk-Administration, die die Komplexität reduziert, mehrere virtuelle Netzwerke über verschiedene Regionen und Subscriptions hinweg zu verwalten. Über Network Groups lassen sich virtuelle Netzwerke logisch segmentieren – entweder durch manuelle Auswahl oder dynamisch über Azure-Policy-Bedingungen. Auf diese Network Groups werden anschließend Konfigurationen für Connectivity, Security oder Routing angewendet.
Der Dienst unterstützt drei Konfigurationstypen: Connectivity Configurations ermöglichen Mesh- oder Hub-and-Spoke-Topologien ohne manuelles Peering zwischen einzelnen VNets. Security Admin Configurations definieren Sicherheitsregeln, die vor den Regeln lokaler Network Security Groups ausgewertet werden und sich global durchsetzen lassen. Routing Configurations erlauben die zentrale Orchestrierung von User-Defined Routes über viele VNets hinweg. Konfigurationen werden erst wirksam, nachdem sie explizit in die gewünschten Zielregionen deployed wurden, was kontrollierte Rollouts ermöglicht.
Zusätzlich unterstützt Virtual Network Manager zentrales IP-Adressmanagement (automatische Zuweisung nicht überlappender Adressbereiche) sowie Reachability-Analysen zur Fehlersuche bei Konnektivitätsproblemen zwischen Azure-Ressourcen.
Kernfunktionen
- Network Groups zur logischen Gruppierung von VNets, manuell oder policy-basiert
- Connectivity Configurations für Mesh- und Hub-and-Spoke-Topologien ohne manuelles Peering
- Security Admin Rules mit globaler Durchsetzung vor lokalen NSG-Regeln
- Routing Configurations zur zentralen Verwaltung von User-Defined Routes
- Zentrales IP-Adressmanagement zur Vermeidung überlappender Adressräume
- Reachability-Analyse zur Fehlersuche bei Netzwerkproblemen
- Kontrollierte, regionsweise Deployments von Konfigurationsänderungen
Typische Anwendungsfälle
Multi-Subscription- und Multi-Tenant-Netzwerke
Zentrale Verwaltung von VNets über verschiedene Subscriptions, Tenants und Business Units hinweg mit einheitlichen Policies und automatischer Compliance-Durchsetzung.
Hub-and-Spoke-Topologien
Automatisches Setup und Management von Hub-and-Spoke-Architekturen oder Mesh-Connectivity zwischen Spokes ohne manuelle Peering-Konfiguration für jedes VNet-Paar.
Netzwerk-Segmentierung
Gruppierung von VNets basierend auf Business-Logik (z. B. Production, Development) und Anwendung spezifischer Security- oder Routing-Policies pro Gruppe.
Security Policy Enforcement
Zentrale Definition von Security Admin Rules mit hoher Priorität, die lokale NSG-Regeln überschreiben, um unternehmensweite Sicherheitsstandards durchzusetzen, die einzelne Teams nicht umgehen können.
Vorteile
- Einheitliche Verwaltung von Netzwerk-Topologie, Security und Routing über eine zentrale Oberfläche
- Deutliche Reduktion des manuellen Peering- und Konfigurationsaufwands bei vielen VNets
- Globale Durchsetzung von Sicherheitsregeln unabhängig von lokalen Team-Konfigurationen
- Kontrollierte Rollouts durch explizite, regionsbezogene Deployments
Häufig gestellte Fragen zu Azure Virtual Network Manager
Was ist der Unterschied zu klassischem VNet Peering?
Klassisches Peering muss manuell zwischen jedem VNet-Paar konfiguriert werden. Virtual Network Manager ermöglicht deklarative Connectivity Configurations (Hub-and-Spoke, Mesh), die automatisch auf Network Groups angewendet werden, ohne dass einzelne Peerings verwaltet werden müssen.
Wie funktionieren Network Groups?
Network Groups sind logische Container für VNets, die manuell ausgewählt oder über Azure-Policy-Bedingungen dynamisch definiert werden können. Connectivity-, Security- und Routing-Konfigurationen werden auf Groups angewendet und automatisch auf alle Mitglieds-VNets propagiert.
Können Security Admin Rules lokale NSGs überschreiben?
Ja, Security Admin Rules werden vor den Regeln lokaler Network Security Groups ausgewertet und lassen sich global durchsetzen, sodass zentrale Sicherheitsrichtlinien von lokalen Teams nicht umgangen werden können.
Wie wird Virtual Network Manager abgerechnet?
Neue Instanzen werden nach einem VNet-basierten Preismodell abgerechnet (Kosten pro verwaltetem virtuellem Netzwerk). Ältere, vor Einführung dieses Modells erstellte Instanzen können noch nach einem älteren Subscription-basierten Modell abgerechnet werden. Die genauen aktuellen Preise sind auf der offiziellen Azure-Preisseite einsehbar; zusätzlich fallen ggf. reguläre Peering-Gebühren an.
Kann ich bestehende VNets migrieren?
Ja, bestehende VNets können Network Groups hinzugefügt werden. Bestehendes manuelles Peering bleibt zunächst erhalten und kann schrittweise durch Virtual-Network-Manager-Connectivity ersetzt werden.
Unterstützt Virtual Network Manager Hybrid-Szenarien?
Virtual Network Manager verwaltet primär Azure-VNets. Für Hybrid-Connectivity zu On-Premises werden weiterhin VPN Gateway, ExpressRoute oder Virtual WAN genutzt; diese lassen sich mit den vom Virtual Network Manager verwalteten Topologien kombinieren.
Integration mit innFactory
Als Microsoft Solutions Partner unterstützt innFactory Sie bei der Implementierung von Azure Virtual Network Manager für Enterprise-Netzwerke. Wir helfen bei Topologie-Design, Migration von bestehendem Peering und Automatisierung von Netzwerk-Governance.
Kontaktieren Sie uns für eine unverbindliche Beratung zu Azure Virtual Network Manager.
Typische Anwendungsfälle
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