Netzwerkbasierter Block-Storage für Compute-Engine-VMs mit automatischer Replikation, Snapshots und mehreren Performance-Tiers.
Was ist Google Cloud Persistent Disk?
Persistent Disk ist ein etablierter Block-Storage-Service für Google Compute Engine VMs. Es handelt sich um “Network Block Devices”: Der physische Speicher liegt nicht direkt an der VM, sondern wird über das Netzwerk bereitgestellt und von Google verwaltet. Daten bleiben erhalten, wenn VMs gestoppt oder gelöscht werden, und Disks können zwischen VMs verschoben oder im Read-Only-Modus an mehrere VMs gleichzeitig angehängt werden.
Ein zentrales Feature ist die automatische Replikation innerhalb einer Zone, die Daten vor Hardware-Ausfällen schützt. Regional Persistent Disks replizieren synchron über zwei Zonen einer Region hinweg für höhere Verfügbarkeit. Inkrementelle Snapshots ermöglichen effiziente Backups, die auch von laufenden VMs erstellt und in beliebigen Regionen für Disaster Recovery wiederhergestellt werden können.
Persistent Disk bietet vier Performance-Tiers: Standard HDD (pd-standard) für kostengünstige sequentielle Workloads, Balanced SSD (pd-balanced) für allgemeine Produktions-Workloads, Performance SSD (pd-ssd) für I/O-intensive Anwendungen und Extreme SSD (pd-extreme) mit provisionierbaren IOPS für anspruchsvolle Datenbank-Workloads auf unterstützten Maschinentypen. Eine einzelne Disk kann bis zu 64 TiB groß sein, eine VM kann mehrere Disks mit insgesamt bis zu 257 TiB anhängen. Encryption-at-Rest ist standardmäßig aktiviert, mit optionaler Customer-Managed Encryption für zusätzliche Kontrolle.
Wichtig: Für die neuesten Maschinenserien empfiehlt Google inzwischen primär Hyperdisk, Googles neuere Block-Storage-Generation mit von der Kapazität entkoppelter, konfigurierbarer Performance. Persistent Disk bleibt parallel verfügbar und wird auf vielen Maschinentypen weiterhin unterstützt, ist jedoch nicht mit jeder neuen Maschinenserie kompatibel.
Typische Anwendungsfälle
VM-Boot-Disks für Compute Engine
Persistent Disk dient als Standard-Boot-Storage für Compute Engine VMs. Boot-Disks enthalten das Betriebssystem und können per Snapshot für schnelles VM-Cloning verwendet werden. Balanced SSD bietet ein gutes Preis-Leistungs-Verhältnis für Boot-Disks, während Standard HDD für Development- und Test-Umgebungen ausreicht.
Datenbank-Storage für MySQL, PostgreSQL, MongoDB
Persistent Disk eignet sich für relationale und NoSQL-Datenbanken. Balanced SSD bietet ausreichende Performance für mittelgroße Datenbanken, während Performance oder Extreme SSD für Workloads mit höheren IOPS-Anforderungen infrage kommen. Regional Persistent Disks bieten zusätzliche Verfügbarkeit für kritische Datenbanken.
Persistent Storage für Container-Workloads
Google Kubernetes Engine (GKE) nutzt Persistent Disk für PersistentVolumes. Stateful Sets wie Datenbanken oder Message Queues können Persistent Disks über Kubernetes Volume Claims dynamisch provisionieren.
Snapshot-basierte Backups und Disaster Recovery
Inkrementelle Snapshots ermöglichen effiziente Backup-Strategien. Automatisierte Snapshot-Schedules sichern Daten regelmäßig, während die globale Verfügbarkeit von Snapshots Cross-Region-Disaster-Recovery ermöglicht.
Log-Aggregation und Analytics-Workloads
Standard HDD eignet sich für Log-Aggregation und Data-Lake-Storage, wo hoher Durchsatz wichtiger ist als IOPS. Kombiniert mit Cloud Storage für Langzeit-Archivierung bietet Persistent Disk kosteneffiziente Zwischenspeicherung für Analytics-Pipelines.
Best Practices
Wählen Sie den richtigen Disk-Typ
Balanced SSD ist für die meisten Produktions-Workloads ein guter Ausgangspunkt. Verwenden Sie Standard HDD nur für Archive oder sequentielle Reads. Prüfen Sie bei sehr hohen Performance-Anforderungen, ob Hyperdisk auf Ihrem Maschinentyp verfügbar ist, bevor Sie auf Extreme SSD setzen.
Nutzen Sie Snapshot-Schedules
Automatisieren Sie Backups mit Snapshot-Schedules statt manueller Snapshots. Definieren Sie Retention-Policies passend zu Ihren Compliance-Anforderungen. Snapshots sind inkrementell und dadurch auch bei häufiger Erstellung kosteneffizient.
Regional Persistent Disks für kritische Workloads
Verwenden Sie Regional Persistent Disks für Datenbanken und andere kritische Services, die hohe Verfügbarkeit erfordern. Die synchrone Replikation über zwei Zonen schützt vor zonalen Ausfällen, bringt aber durch die Cross-Zone-Replikation eine zusätzliche Latenz mit sich.
Überwachen Sie IOPS und Throughput
Nutzen Sie Cloud Monitoring für Disk-Metriken wie Read/Write-IOPS, Throughput und Queue Depth. Eine hohe Queue Depth deutet auf I/O-Bottlenecks hin und kann ein Signal für einen Wechsel zu einem höheren Tier oder zu Hyperdisk sein.
Verschlüsseln Sie sensible Daten
Nutzen Sie Customer-Managed Encryption Keys (CMEK) für sensible Daten, um volle Kontrolle über Verschlüsselungsschlüssel zu haben. Standard-Encryption-at-Rest ist immer aktiviert.
Google Cloud Persistent Disk im Vergleich
vs. AWS EBS: Beide bieten mehrere Performance-Tiers, automatische Replikation und Snapshot-Funktionen. Die genaue Tier-Struktur und Preismodelle unterscheiden sich zwischen den Anbietern und sollten im Einzelfall verglichen werden.
vs. Azure Managed Disks: Azure unterscheidet ähnlich zwischen HDD-, Standard-SSD-, Premium-SSD- und Ultra-Disk-Optionen. Beide Anbieter bieten vergleichbare Verfügbarkeits- und Backup-Funktionen.
vs. STACKIT Block Storage: STACKIT bietet Datensouveränität in deutschen Rechenzentren, während Persistent Disk globale Reichweite mit EU-Regionen bietet. STACKIT eignet sich für Compliance-kritische Workloads, Persistent Disk für global verteilte Skalierung.
Integration mit innFactory
Als zertifizierter Google Cloud Partner unterstützt innFactory Sie bei der Auswahl des richtigen Disk-Typs (Persistent Disk oder Hyperdisk), der Migration von On-Premises-Storage zu GCP und der Optimierung von Storage-Kosten. Wir helfen bei Snapshot-Strategien, Performance-Tuning und der Integration mit Kubernetes und Compute Engine.
Kontaktieren Sie uns für eine Beratung zu Google Cloud Persistent Disk und Storage-Architekturen.
Verfügbare Varianten & Optionen
Standard (HDD)
- Kostengünstig
- Gut für sequentielle Workloads
- Bis zu 64 TiB pro Disk
- Niedrigere IOPS und Throughput
- Nicht für latenzsensitive Anwendungen
Balanced (SSD)
- Ausgewogenes Preis-Leistungs-Verhältnis
- Gute Performance für Datenbanken
- Höhere IOPS als Standard
- Teurer als Standard HDD
- Niedrigere Performance als Extreme SSD bzw. Hyperdisk
Performance (SSD)
- Hohe IOPS und Throughput
- Niedrige Latenz
- Ideal für Datenbanken und Analytics
- Höhere Kosten
- Overkill für einfache Workloads
Extreme (SSD)
- Hohe, provisionierbare IOPS
- Niedrige Latenz
- Für anspruchsvolle Datenbank-Workloads
- Teuerste Persistent-Disk-Option
- Nur mit bestimmten Maschinentypen nutzbar
Typische Anwendungsfälle
Häufig gestellte Fragen
Was ist Google Cloud Persistent Disk?
Persistent Disk ist ein netzwerkbasierter Block-Storage-Service für Google Compute Engine VMs. Der Service bietet automatische Replikation innerhalb einer Zone, inkrementelle Snapshots für Backups und mehrere Performance-Tiers von Standard HDD bis Extreme SSD.
Welchen Disk-Typ sollte ich wählen?
Standard HDD eignet sich für sequentielle Workloads und Archive. Balanced SSD bietet ein gutes Preis-Leistungs-Verhältnis für Datenbanken und Anwendungen. Performance SSD ist für I/O-intensive Workloads gedacht, Extreme SSD für Workloads mit sehr hohen IOPS-Anforderungen. Für die höchste Performance auf aktuellen Maschinentypen empfiehlt Google inzwischen Hyperdisk statt Persistent Disk.
Wie funktionieren Snapshots bei Persistent Disk?
Snapshots sind inkrementelle Backups, die nur geänderte Blöcke seit dem letzten Snapshot speichern und auch von laufenden VMs erstellt werden können. Sie sind global verfügbar und können in anderen Regionen für Disaster Recovery wiederhergestellt werden.
Kann ich Persistent Disks zwischen VMs verschieben?
Ja, Persistent Disks können von einer VM gelöst und an eine andere VM angehängt werden. Im Read-Only-Modus können Disks auch an mehrere VMs gleichzeitig angehängt werden, was flexible Workload-Migration und Shared-Storage-Szenarien ermöglicht.
Wie wird Persistent Disk abgerechnet?
Persistent Disk wird nach provisioniertem Speicherplatz pro GB/Monat abgerechnet, unabhängig von der tatsächlichen Nutzung. Details zu regionalen Preisen finden Sie auf der offiziellen Google-Cloud-Preisseite.
Was ist der Unterschied zwischen Persistent Disk und Hyperdisk?
Persistent Disk ist die etablierte, netzwerkbasierte Block-Storage-Lösung mit vier festen Tiers, deren Performance an die Disk-Größe gekoppelt ist. Hyperdisk ist Googles neuere Generation mit unabhängig von der Kapazität konfigurierbarer IOPS/Throughput-Performance und höheren Leistungsgrenzen; auf den neuesten Maschinentypen wird teils nur noch Hyperdisk unterstützt.
Ist Persistent Disk DSGVO-konform?
Persistent Disk ist in EU-Regionen verfügbar. Wie bei allen Google-Cloud-Diensten hängt die DSGVO-Konformität von der gewählten Region, den vertraglichen Grundlagen und der individuellen Konfiguration ab; Details finden sich in Googles Compliance-Dokumentation.
Hinweis: Alle Produktinformationen auf dieser Seite wurden sorgfältig zusammengestellt, sind jedoch ohne Gewähr und können veraltet oder unvollständig sein. Cloud-Services entwickeln sich schnell weiter — Funktionen, Preise, SLAs und Verfügbarkeit ändern sich laufend. Verbindliche und aktuelle Informationen finden Sie ausschließlich auf der offiziellen Produktseite von Google Cloud (offizielle Dokumentation). Diese Seite stellt kein Angebot von Google Cloud dar.
