Management 3.0: Die Facetten der Motivation

Motivation kann man nicht eindeutig messen, aber dennoch fühlt man sehr deutlich, ob man für eine Sache motiviert ist oder sich nur schwer aufraffen kann. Der Ursprung der Motivation hat etwas mystisches. Man kann sie nicht herbeizaubern oder mit Geld erkaufen – oder doch? Reicht eine jährliche Schulung vom Motivations-Coach? Wie kann man Motivation in einer beliebigen Organisation erzeugen? – Eine einfache Antwort gibt es dazu nicht. Es gibt aber einige Facetten der Motivation, die man betrachten kann, um Motivationsquellen in einem Unternehmen zu erkennen. Wir erklären in diesem Beitrag das CHAMPFROGS Modell, das die Motivationfaktoren genauer aufsplittet und dadurch hilft optimierte Rahmenbedingungen in einem Unternehmen zu schaffen.

 

Schwarz und weiß – Extrinsisch und intrinsisch

Der Standard in der Motivationstheorie ist die Unterteilung von extrinsichen und intrinsischen Einflussfaktoren:

Extrinsische Motivation

Ohne Geld geht es nicht. Wer arbeitet verdient auch Geld, um sein Leben, Hobbies und Rechnungen zu finanzieren – ganz klar. Somit wären wir auch gleich bei dem Klassiker der extrinsichen Belohnungen. Diese Art einer von außen kommenden Honorierung für eine Leistung treibt zu Tätigkeiten an, die man ansonsten nicht ausführen würde. Extrinsische Motivatoren haben einen negativen Beigeschmack. Vielleicht liegt dies daran, weil wir damals ohne den Druck von Schulnoten nicht für die nächste Geschichts-Klausur gelernt hätten. Dabei gibt es sehr schöne Beispiele, wie man mit Hilfe von Gamification auch eine positive Form von Belohnungssystemen implementieren kann. Ein sehr spannendes Buch dazu gibt es von Yu-kai Chou – Actionable Gamification – Beyond Points, Badges, and Leaderboards

Intrinsische Motivation

Das bessere Image hat die intrinsische Motivation. Sie ist die innere Lust etwas zu tun, zu bauen, zu gestalten. Auch ohne einen Belohnungsanreiz besteht das Interesse, sich mit einem Thema intensiv zu beschäftigen. Sie treibt an, Spitzenleistungen und eine berufliche Excellence zu erreichen. Auf die intrinsischen Motivatoren bestehen für Externe keine direkten Einflussmöglichkeiten. Man kann lediglich die perfekten Rahmenbedingungen schaffen, damit intrinsische Motivation entstehen kann. Dazu gehört allen voran ein gut harmonierendes Team, eine große Vertrauensbasis, Transparenz und Raum für individuelle Entfaltung.

Leider hat es manchmal den Anschein, als ob die intrinsischen Motivatoren nur gepushed werden, um keine monetären Belohnungen einführen zu müssen und somit Geld sparen zu können. An diesem Aspekt sieht man sehr deutlich, dass Motivation nicht in zwei Farben unterteilt werden kann, sondern einen fließenden Übergang mit vielen Zwischenschritten hat. Genauer beleuchtet werden diese im folgendem Abschnitt, der das CHAMPFROGS Modell erklärt.

 

Das CHAMPFROGS Modell

Geht man arbeiten um Geld zu verdienen (extrinsisch), um davon wiederum Essen zu kaufen (intrinsisch)? Belegt man eine Fortbildung, um ein Zertifikat zu erhalten (extrinsisch) oder das eigene Interesse zu stillen (intrinsisch)? Oder handelt es sich um eine Mischung aus beiden?

Um die perfekten Rahmenbedingungen in einem Unternehmen zu schaffen bedarf es einer genaueren Analyse der Einflussfaktoren für Motivation. Das CHAMPFROGS Modell umfasst ganze 10 mögliche Quellen für Motivation. Diese sollen aber nicht als in Stein gemeißelt betrachtet werden, vielmehr sollen sie die strikte Kategorisierung in extrinsisch und intrinsisch aufbrechen und eine breitere Sichtweise ermöglichen. CHAMPFROGS steht dabei für die Anfangsbuchstaben folgender Grundgedanken:

  • Curiosity: People have a variety of things to investigate and to think about.
  • Honor: People feel proud that their values are reflected in how they work.
  • Acceptance: Colleagues approve of what they do and who they are.
  • Mastery: Their work challenges their competence, but it is within their abilities.
  • Power: There’s enough room for them to influence what happens in the world.
  • Freedom: People are independent of others with their work and responsibilities.
  • Relatedness: People have fulfilling social contacts with others in their work.
  • Order: There are enough rules and policies for a stable environment.
  • Goal: Their purpose in life or need for direction is reflected in the work.
  • Status: Their position is good and is recognized by the people they work with.

Alle Motivationsfaktoren gleichzeitig zu entfachen ist natürlich eben so unmöglich, wie alle Menschen auf dem Erdballen gleichzeitig zum Lachen zu bringen. Dennoch ist der Weg das Ziel und alleine das Bewusstsein über obige Faktoren hilft enorm, um eine bessere und motivierendere Umgebung zu schaffen. Um herauszufinden, was Mitarbeiter motiviert, hilft die Übung ‚Moving Motivators‘. Diese Übung basiert auf die 10 Faktoren, die durch 10 Karten repräsentiert werden. Durch Positionierung von links nach rechts, wird die Gewichtung der Faktoren gesetzt. Durch eine vertikale Positionsänderung gibt man an, welche Auswirkung eine Änderung der Umgebung oder Situation herbeiführen würde. Eine ausführliche Erklärung des CHAMPFROGS Modells, sowie zur Moving Motivators Übung, gibt es in dem Buch von Jurgen Appelo – Managing for Happiness.

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